Wie ein Roboter sieht.
Was für Menschen selbstverständlich ist, nämlich das Navigieren im Raum, verlangt einem Roboter etwas mehr ab.
Er benötigt präzise Karten der zu reinigenden Räumlichkeiten, um sich orientieren zu können. Je nach Roboter-Modell werden sowohl 2D- als auch 3D-Karten eingesetzt.
Für die Erstellung und Interpretation dieser Karten, kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz:
Lasertechnik (LIDAR)
- erzeugt eine Art Landkarte, indem Entfernungen zu Wänden, Möbeln und Hindernissen gemessen werden. LIDAR misst die Zeit, die ausgesendete Laserstrahlen benötigen, um von Objekten zurückzukehren.
- Wenn man so will, ist LIDAR die "Augen" des Roboters.
SLAM (Simultaneous Localization and Mapping)
- Technologien wie SLAM nutzen LIDAR und andere Sensor-Daten, um Orientierung und Navigation zu ermöglichen. So kann der Roboter eine Karte der Umgebung zu erstellen und gleichzeitig durch Echtzeitberechnung seine eigene Position fortlaufend darin bestimmen.
- Verändert sich die Umgebung – etwa durch umgestellte Möbel oder laufende Personen – erkennt der Roboter dies in Echtzeit und passt seine Route an. Auf diese Weise bewegt sich ein Roboter sicher und zielgerichtet durch komplexe Gebäude wie Büros, Hotels oder öffentlichen Einrichtungen.
- Wenn man so will, ist SLAM das "Gehirn" des Roboters.
Wie ein Roboter spürt.
Ein Reinigungsroboter hat Zugriff auf verschiedene Sensoren.
Bodensensoren: Erfassen Art und Beschaffenheit des Bodens. Ein Reinigungsroboter erkennt beispielsweise, ob er es mit Teppich oder Hartboden zu tun hat und kann aufgrund dieser Daten die Bürstendrehzahl, die Saugkraft und -je nach Modell- den Wasserdruck anpassen. Manche Modelle erkennen stärker verschmutzte Bereiche oder Müllpartikel und reinigen dort intensiver.
Wandfolgesensoren/ fortschrittliche Sensorfusion: Die Aufgabe dieser Sensoren ist es, den Abstand zur Wand konstant zu halten, damit der Roboter die Flächen entlang der Wände gründlich reinigen kann, ohne zu nah an die Wand zu stoßen oder zu weit davon entfernt zu sein.
Abstandssensoren und Stoßkontakte: Melden Kollisionsrisiko sehr naher Hindernisse, damit der Roboter sicher abbremst oder ausweicht.
Absturz- / Abgrunderkennung: Verhindert das Herunterfallen an Kanten, Absätzen, Stufen.
Docking- und Ladestation-Sensorik: Erleichtert das Auffinden und präzise Andocken an der Ladestation.
Zustands-Check: Der Roboter überwacht seinen eigenen Zustand – etwa den Füllstand des Schmutzbehälters, den Wasserstand oder den Ladezustand des Akkus – und weiß so, wann es Zeit ist, automatisch zur Ladestation oder Servicestation zurückzufahren.
Zusatzfunktion in manchen Systemen (z. B. Pudu): Bei dieser Sensorik handelt es sich um Ultraschallreinigung. An der Selbstreinigungs-Dockingstation werden Ultraschallwellen und heißes Wasser benutzt, um die Wischpads gründlich und rückstandsfrei zu reinigen.
Wie ein Roboter Denkt und Handelt.
Reinigungsroboter denken nicht wie Menschen, aber sie handeln eigenständig, situationsabhängig und effizient. Genau diese Mischung aus Autonomie und Kontrolle macht sie für viele Unternehmen so interessant.
"Welche Route ist gerade am effizientesten?"
"Ist hier schon sauber oder sollte nochmal gereinigt werden?"
"Weiche ich der Person aus oder warte ich kurz?"
Dies sind Fragen, die ein Reinigungsroboter während seines Arbeitsalltags beantworten muss.
Lernen, anpassen, reagieren
Ein Mensch bemerkt sofort, wenn im Flur plötzlich ein Stuhl steht, der gestern noch nicht da war.
Moderne Reinigungsroboter sind dazu ebenso in der Lage, nutzen dazu Sensoren, Laser‑Navigation und KI‑gestützte Objekterkennung.
Statische Hindernisse wie Möbel werden ebenso erkannt wie bewegliche Objekte (Menschen, Einkaufswagen oder Türen, die plötzlich offenstehen.) Der Roboter passt seine Fahrweise spontan an, ohne dass jemand eingreifen muss.
Planung statt Zufall
Während Menschen manchmal spontan entscheiden („Ach, hier wische ich später nochmal drüber“), arbeiten Roboter streng logisch. Ihre Software plant Reinigungsrouten so, dass möglichst keine Fläche doppelt gereinigt wird, Energie und Zeit gespart werden und alle vorgesehenen Bereiche zuverlässig abgedeckt sind.
Über eine zentrale Steuerungssoftware (Nexaro HUB, Pudu‑App) können Reinigungspläne erstellt, angepasst und überwacht werden. Der Roboter führt diese dann selbstständig aus – zu festen Zeiten oder abhängig von der Nutzung eines Gebäudes.
Der Teamplayer: Kommunikation ist alles
Ein Reinigungsroboter ist ständig mit der "Schaltzentrale" (zentrale Steuerungssoftware) verbunden, über die Daten gesendet und empfangen werden. Hier erhält der Roboter Informationen und Updates und sendet seinerseits Berichte. (Reinigungsstatus, Funktionsberichte, Sicherheitsberichte, Fehlermeldungen)
Auch Fernwartung und technischer Support sind über diese Verbindung möglich.
Einige der Roboter-Modelle sind flottenfähig. Das bedeutet, sie können im Team arbeiten und die zu reinigende Fläche autonom untereinander aufteilen, ohne dass ein Fleck doppelt bearbeitet wird oder ein Roboter dem anderen im Weg steht.
Weiterhin kann der Roboter mit anderen Systemen kommunizieren. So sind einige Modelle in der Lage mit der Gebäudetechnik „sprechen“. Was zu der verblüffenden Tatsache führt, dass sich ein Roboter selbstständig einen Fahrstuhl rufen kann, wenn er in den nächsten Stock muss.
